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..Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland, ein Birnbaum in seinem Garten stand . . . ..
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Infoflyer Dorf Ribbeck
Geschichte von Ribbeck

Ribbeck liegt an der Bundesstraße 5, die von Berlin nach Hamburg führt. Südlich erstreckt sich die sandige,
flachwellige „Ribbecker Heide“, eine Waldlandschaft mit Wiesen und Ackerflächen. Nördlich breitet sich das
„Havelländische Luch“ aus, ein ehemaliges Sumpfgebiet, das recht wasser- und somit auch fischreich war, bevor es
durch den Havelländischen Hauptkanal und viele kleinere Kanäle entwässert und zu fruchtbarem Ackerland wurde.
Der Name entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte wohl aus Riedbeke über Ritbek  zu Ribbeck. Darin sind
mittelalterliche  Worte wie „Riet“ (Schilf; Riedgras, sumpfige Wiese), „Beke“ (Bach), die Vorsilben  „rit“ (Abzugsgraben)
oder „ride“ (Wasserlauf, Gracht) und das slawische „rybac“ (Fischer) enthalten.

Der Ort Ribbeck entstand gemeinsam mit dem gleichnamigen Rittergut. Vermutlich kam die Familie vom Westen des
deutschen Reiches im Rahmen der deutschen Einwanderung in das von Slawen besiedelte Gebiet zwischen der
mittleren Elbe und der Oder. Der deutsche Kaiser Lothar hatte 1134 den Grafen Albrecht, genannt „der Bär“, mit der
„Nordmark“ belehnt. Nachdem Albrecht der Bär dieses Gebiet erobert hatte und beherrschte und sich seitdem
„Markgraf von Brandenburg“ nannte, riefen er und der Magdeburger Erzbischof Wichmann Siedler in das Land. Als
Lehnsherr gab der Markgraf unbesiedeltes Land an ritterliche Ansiedler, die dadurch zur Treue und jederzeit zum
Kriegsdienste zu Pferde verpflichtet waren. Sie hatten auch für die Kultivierung des Landes zu sorgen und die
Ausbreitung des christlichen Glaubens unter den heidnischen Slawen bzw. Wenden zu unterstützen. Einen Teil des
Lehens behielten die Ritter zur eigenen Versorgung, den anderen Teil gaben sie angeworbenen Bauern mit der Pflicht
zu Abgaben und Dienstleistungen sowie dem Recht auf Arbeit und Unterhalt.

Seit 1237 sind Mitglieder der Familie von Ribbeck urkundlich überliefert. Im Landbuch Kaiser Karls IV. von 1375 wird
das Dorf Ribbeck, die Familie von Ribbeck und ihr Rittersitz zum ersten Mal ausführlich beschrieben. Die Ritter und
späteren Gutsherren hatten die Verwaltung, die Polizeigewalt und die Gerichtsbarkeit im Dorf Ribbeck inne, - bis zu
ihrer Aufhebung durch die preußische Verfassung im Jahr 1850. Und sie blieben bis 1944/45 die Patronatsherren der
Ribbecker Kirche. Sie mussten für die bauliche Erhaltung und würdevolle Ausstattung der Kirche sowie die
Versorgung der Pfarrer sorgen und erhielten Einkünfte vom Kirchenlehen bzw. kirchlichen Landbesitz.

Seit dem 19. Jahrhundert, als sich die Stadt Berlin zur Großstadt entwickelte, wurde für den einsetzenden Bauboom
viel Holz benötigt, so dass der Wert des Ribbecker Gutsforstes kräftig anstieg. Das Gut lieferte mit einer der vielen
gebauten Kleinbahnen auch die dringend gebrauchten Agrarprodukte nach Berlin.

1889 machte der berühmte Dichter Theodor Fontane den Ort und seinen Patron weit bekannt. Er formte aus einer
alten Sage, die man sich in Ribbeck seit alters her erzählte, sein bekanntes Gedicht: „Herr von Ribbeck auf Ribbeck im
Havelland“.

Die im Kern mittelalterliche Kirche mit dem begrünten Kirchhof, der von hohen Bäumen umgeben ist, zeigt die
barocken Formen von1722 im Kirchenturm und Kirchenschiff. Innen ist der Hallenraum reich in klassizistischen
Formen im Stil der Schinkelschule ausgemalt. Ein Nachfolger des im Fontane-Gedichtgenannten, historischen
Birnbaums, der 1911 von einem Orkan gefällt wurde, ist an alter Stelle neben der Kirche zubewundern. Die
gastfreundliche Kirche ist offen für alle Besucher.

Man sieht dem Dorf Ribbeck, das heute v. a. aus mehreren Bauernhöfen und von Gärten oder Feldern umgebenen
Wohnhäusern besteht, seine Herkunft noch an. In der Ortsmitte befinden sich das ehemalige Herrenhaus mit kleinem
Gutspark und Familienfriedhof. Das ursprüngliche „Doppeldachhaus“ wurde um 1893 aufgestockt und erweitert; dann
in der DDR-Zeit enteignet und später als Seniorenheim genutzt. Diese Nutzung wurde 2005 aufgegeben. Ab 2006 wurde das Schloss denkmalgerecht durch den Landkreis Havelland saniert und zum kulturtouristischen Zentrum umgebaut. Darin befinden sich heute ein Museum, ein Restaurant, Veranstaltungsbereiche mit großem Saal und Standesamt.

(Text: Dietrich von Ribbeck, Arndt Hermann)


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